Torfbahn

Unterwegs in einem Industrieabenteuer

Die Torfbahn des Moorbetriebs fährt auf denselben Gleisen wie damals, als die Fabrik noch in Betrieb war. Allerdings fahren wir heute nicht mehr bis ganz hinaus zum Fuglsømose, sondern nur bis zum Horsmosen, der deutlich näher liegt. Mit dem Dieselrauch in der Nase, dem Rhythmus der Räder und der vorbeiziehenden Landschaft kann man sich leicht zurückträumen in das Industrieabenteuer des Zweiten Weltkriegs, als sich die Torfstapel so weit das Auge reichte Schulter an Schulter reihten. Damals wurden im Torfabbau alle verfügbaren Hände gebraucht, und die Arbeitstage waren lang, hart und mühsam.

Heute erwartet euch am Ende der Strecke keine körperlich anstrengende Arbeit mehr, sondern vielmehr die Chance, Kraniche, Seeadler und große Rudel von Rothirschen zu sehen, die in der Gegend leben. Also steigt ein in die Torfbahn und genießt die zwei Kilometer lange Fahrt durch die wunderschöne Natur hinaus ins Moor – auf den Spuren der früheren Torfarbeiter. Unterwegs müsst ihr schon großes Pech haben, um keine Rothirsche, Rotmilane oder Kraniche zu entdecken.

Wagentypen und Lokomotiven

Im Laufe der Zeit fuhren viele verschiedene Lokomotiven auf der Bahnstrecke beim Stenvad-Moorbetrieb. Die ersten Lokomotiven waren vom Typ Ford A, während die beiden derzeit aktiven Lokomotiven bei der Pedershaab Maschinenfabrik gebaut wurden und jeweils von einem Deutz-Motor angetrieben werden. In der Ausstellung steht außerdem eines der ursprünglichen Ford A-Lokomotiven.

Historisch gesehen fuhren sowohl Kipploren als auch offene Güterwagen, die sogenannten „Klyne“-Wagen. Die Kipploren transportierten Torfstreu, während die Klynewagen die ausgestochenen Sphagnumblöcke nach Stenvad brachten. Gleise, Wagen und Lokomotiven wurden vom fest angestellten Schmied gewartet, der in der Schmiede der Fabrik arbeitete.

Die Bahn führte die Wagen sowohl auf Erdgeschosshöhe als auch auf die erste Etage, was das Entladen des Torfmaterials in die wartenden Güterwagen der Gjerrildbahn erleichterte. Diese hatte ein Abstellgleis, das direkt zum Stenvad-Moorbetrieb führte.

Geschwindigkeit und Effizienz

Am nächsten zur Fabrik lagen die Gleise auf einem richtig angelegten Eisenbahntracé. Das erkennt man besonders, wenn der Zug über den Damm über den Ørum Å fährt. Draußen im Moor hingegen waren die Gleise eher provisorisch und lagen direkt auf dem Boden. Es wurde beschrieben, wie sich das Gleis sowohl vor als auch hinter dem fahrenden Zug hob. Die Lokomotiven fuhren selten schneller als 10–15 km/h, aber ihre Stabilität und ihre Fähigkeit, schwere Lasten über weite Strecken zu ziehen, machten sie unverzichtbar. Die langsame Geschwindigkeit war zudem notwendig im weichen und oft instabilen Moorgebiet, wo höhere Geschwindigkeiten zu Unfällen und Schäden an der Strecke hätten führen können.

Drama und Herausforderungen

Die Arbeit mit den Schmalspurbahnen war nicht ohne Dramatik. Es war keine Seltenheit, dass die Züge im schwierigen Gelände auf Probleme stießen. Sind Lokomotiven und Wagen im Moor versunken? Ja, das kam vor. Der nasse und instabile Moorboden konnte plötzlich nachgeben, und schwere Lasten konnten dazu führen, dass Wagen im weichen Untergrund einsanken. Ein versunkenes Lokomotiv oder einen Wagen zu bergen, erforderte sowohl Zeit als auch Kraft – und war für die Arbeiter oft eine dramatische Erfahrung.

Darüber hinaus bestand eine ständige Brandgefahr. Funken aus den Motoren der Lokomotiven konnten das trockene Torf- oder Sphagnum-Material entzünden, was gefährliche Situationen verursachen konnte. Die Brandgefahr bedeutete, dass die Arbeiter stets wachsam sein und bereit sein mussten, Feuer zu löschen, bevor sie sich ausbreiteten.

Ein Wichtiger Teil der Geschichte

Die Schmalspurbahnen in den dänischen Mooren sind ein bedeutender Teil unseres industriellen Erbes. Sie stehen für eine Zeit, in der menschlicher Einfallsreichtum und harte Arbeit es ermöglichten, die natürlichen Ressourcen trotz schwieriger Bedingungen zu nutzen. Diese Bahnen – und die Menschen, die auf ihnen arbeiteten – haben dazu beigetragen, sowohl die Landschaft als auch die Gesellschaft zu prägen.

Besucht uns, um mehr über die faszinierende Geschichte der Schmalspurbahnen zu erfahren und zu erleben, welche große Rolle diese kleinen Züge in der Torf- und Sphagnumindustrie gespielt haben.

Cookiesamtykkebanner fra Real Cookie Banner